Alles hat seine Zeit

Datum: 

16.01.2019

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Einen schönen guten Morgen, liebe Hörer,

als ich mich gestern auf den Weg zu einer Sitzung nach Schonungen machen wollte, dachte ich noch in meinem Büro: „Jetzt musst Du dich aber beeilen“. Um 5 Uhr beginnt die Sitzung und jetzt ist es auf der Uhr des Computers bereits halb fünf. Als ich zur Garage laufe und auf die Kirchturmuhr schaue, verstehe ich die Welt nicht mehr: Nanu fünf vor halb, eigentlich ist doch noch Zeit. Ich gehe in die Garage und will losfahren, schaue auf die Uhr im Auto: es ist fünf nach halb fünf. Irgendeine Uhr geht falsch. Gut, dass der Radiomoderator gerade die Uhrzeit nennt. Die Kirchturmuhr geht falsch. Mir wird wieder einmal bewusst, wie wichtig eine richtig funktionierende Uhr ist. Die Uhrzeit schützt uns nämlich auch. Sie bewahrt uns davor, rund um die Uhr im Einsatz zu sein. Die Uhrzeit ermöglicht es uns, Termine mit anderen Menschen zu vereinbaren. Wichtige Termine in der Freizeit. Gemeinsames Essen, Einkaufen. Die Uhrzeit macht nicht nur unsere Arbeit, sondern auch unsere Freizeit planbar. Vielleicht sollten wir uns immer wieder auf die alte Weisheit aus der Bibel besinnen: “Alles hat seine Zeit Weinen und Klagen hat seine Zeit, Lachen und Tanzen hat seine Zeit.“ Alles hat seine Zeit. Dieses Wissen gibt uns auch die Möglichkeit, die vielfältigen und oft widersprüchlichen Erfahrungen des Alltags auszuhalten. Sie unter einen Hut zu bringen. Den langen Atem nicht zu verlieren. Dieses Wissen gibt uns die Freiheit, uns mehr Zeit für uns selbst zu nehmen. Für unseren Körper, für unsere Seele. Dass gibt uns die Möglichkeit in uns hineinzuhorchen und zu spüren, was wirklich wichtig ist. Alles hat seine Zeit. Planen wir sie gut.

Ihr Pfarrer Stefan Stauch aus Sennfeld